Wir haben die wichtigsten Anbieter getestet und recherchiert:
Wir waren selbst auf Working Holidays in Neuseeland und Australien. Und wir waren auch der Freund, der nachts aus dem Hostel-Bad heraus panisch „Deckt meine Versicherung X ab?“ googelt. Unsere Kriterien:
Nicht aufgenommen haben wir Anbieter ohne nachvollziehbaren Schadensprozess, reine Ein-Land-Spezialisten mit wenig Flexibilität und alle, die uns nicht schriftlich bestätigen konnten, ob körperliche Arbeit abgedeckt ist.
Hier machen die meisten Reisenden den entscheidenden Fehler. Standard-Reiseversicherungen sind für zweiwöchige Urlaube gemacht — deine Reise ist kein Zweiwochen-Urlaub. Die vier Punkte, an denen es bei WHVs hakt:
1. Reisedauer Die meisten Standardpolicen sind bei 90 Tagen gedeckelt. Du brauchst eine Police, die ausdrücklich 6, 12 oder 24 Monate abdeckt — oder ein Abo-Modell ohne maximale Laufzeit.
2. Körperliche Arbeit Obstpflücken, Farmarbeit, Gastronomie, Jobs in Skigebieten — so verdienen die meisten in Australien ihr Geld. Viele Policen schließen „manuelle Arbeit“ standardmäßig aus. Lies das PDS (Product Disclosure Statement) nach den Stichworten „manual work“ und prüfe, ob es abgedeckt, ausgeschlossen oder nur als Zusatzbaustein versichert ist.
3. Abenteueraktivitäten Surfen, Schnorcheln, der Overland Track, Tauchen am Great Barrier Reef, Bungee-Jumping — genau deswegen reist du ja. Achte darauf, dass diese ohne saftigen Aufpreis abgedeckt sind, der deinen Beitrag verdoppelt.
4. Die Realität des australischen Gesundheitssystems Das Reciprocal Health Care Agreement (RHCA) deckt Staatsangehörige aus UK, Irland, Neuseeland, Belgien, Finnland, Italien, Malta, den Niederlanden, Norwegen, Slowenien und Schweden für „medizinisch notwendige“ Behandlungen über Medicare ab. Es deckt keine Krankenwagenkosten (die schnell über 1.500 AUD liegen), kaum Zahnbehandlungen, keine Rückführung und viele Facharztleistungen nicht. Das RHCA ist ein teilweises Sicherheitsnetz, kein Ersatz für eine richtige Versicherung.
Wenn du nicht aus einem RHCA-Land kommst (Deutschland, Frankreich, Spanien, Kanada, USA, Japan etc.), hast du keinerlei öffentliche Absicherung — und ein gebrochener Knöchel kann dich schnell über 5.000 AUD aus eigener Tasche kosten.
Kurzes Urteil: Die beste Wahl für die meisten Working Holidaymaker, vor allem wenn du noch nicht genau weißt, wie lange du unterwegs bist. Das Monatsabo-Modell ist für lange Reisen wirklich revolutionär.
So funktioniert es: Du zahlst ungefähr 45–58 USD pro Monat (Abrechnung alle 4 Wochen) und kannst jederzeit zur Heimreise kündigen. Es gibt kein festes Enddatum, und du kannst dich anmelden, nachdem du dein Heimatland bereits verlassen hast — bei den meisten Versicherern geht das nicht.
Pro:
Contra:
Am besten für: Alle mit Reisen ab 6 Monaten ohne festes Rückkehrdatum, alle, die nicht 12 Monate im Voraus zahlen wollen, und alle, die mitten in der Reise eine Versicherung abschließen.
Richtpreis: Ab ca. 45,08 USD pro Monat für unter 40-Jährige. Weniger als die Hälfte einer 12-Monats-Standardpolice bei großen Versicherern.
Kurzes Urteil: Ein auf Backpacker spezialisierter Versicherer aus Großbritannien, der seit über einem Jahrzehnt die Standardwahl unter britischen und irischen Working Holidaymakern ist. Wer aus diesen Ländern kommt, sollte alle anderen Policen mit dieser hier vergleichen.
So funktioniert es: Einzelne Police von 2 Tagen bis 18 Monaten, mit drei Stufen (Traveller, Traveller Plus, True Adventurer) und Zusatzbausteinen für spezielle Aktivitäten, Technik und Ausrüstung.
Pro:
Contra:
Am besten für: Britische oder irische Working Holidaymaker, besonders für echtes Abenteuerreisen (Ski, Tauchen, Bergsteigen).
Richtpreis: ca. 500–700 £ für eine 12-monatige Traveller-Plus-Police mit Abenteuerpaket für eine gesunde 25-jährige Person. Bei kürzeren Reisen weniger.
Preise von True Traveller prüfen →
Kurzes Urteil: Ein spanischer Versicherer, der den europäischen Backpacker-Markt in den letzten Jahren leise erobert hat. Moderne App, schnelle Schadensabwicklung, keine Vorauszahlungen bei medizinischen Kosten. Wir haben Freunde nach erfolgreich abgewickelten Schäden in Höhe von mehreren tausend Euro begeistert davon erzählen hören.
So funktioniert es: Wähle „Long Stay“ oder „Annual Multi-Trip“ für Working Holidays, passe die medizinischen Limits an und füge Abenteuer- oder Elektronikbausteine hinzu. Alles läuft über die App, inklusive 24/7-Arzt-Chat.
Pro:
Contra:
Am besten für: Europäische Working Holidaymaker, die eine moderne Schadensabwicklung wollen und mit einem festen Rückkehrdatum leben können.
Richtpreis: Ab ca. 500 € für eine 12-monatige Long-Stay-Police, je nach Wohnsitzland und Zusatzbausteinen. Oft 5 % Rabatt über Affiliate-Codes.
Kurzes Urteil: Ein in Deutschland entwickelter SafetyWing-Konkurrent mit aufgeräumter App und EU-freundlicher Abrechnung. Eine wirklich gute Option für Europäer, die die Flexibilität von SafetyWing wollen, aber lieber mit einem europäischen Versicherer arbeiten.
So funktioniert es: Monatsabo, keine maximale Laufzeit, zwei Tarife (Explorer und Native). Native ist für Aufenthalte über 2 Jahre; Explorer ist der Working-Holiday-Tarif.
Pro:
Contra:
Am besten für: Europäische Reisende, die das SafetyWing-Modell mögen, aber einen europäischen Versicherer für Schäden bevorzugen.
Richtpreis: Ab ca. 39 € pro Monat im Explorer-Tarif.
Kurzes Urteil: Der bekannte Name unter den Backpacker-Versicherungen. Teurer als SafetyWing, dafür breiterer Aktivitätenschutz und besserer Reiserücktritts-Tarif. Wer Ski fährt, taucht, klettert oder Dinge tut, die einen normalen Versicherer stutzig machen, ist hier richtig.
So funktioniert es: Zwei Stufen (Standard und Explorer), Preise je Reise, Aktivitäten nach Bedarf hinzubuchbar. Verfügbar für Einwohner aus über 100 Ländern.
Pro:
Contra:
Am besten für: Abenteuerlastige Reiserouten, alle mit vorausbezahlten Touren oder Flügen, alle, die für Visa-Zwecke eine weltweit anerkannte Marke brauchen.
Richtpreis: ca. 1.000–1.400 USD für eine 12-monatige Explorer-Police.
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Beantworte diese Fragen der Reihe nach:
F1: Hast du ein festes Rückkehrdatum?
F2: Woher kommst du?
F3: Machst du ernsthafte Abenteueraktivitäten (Ski, Tauchen, Bergsteigen)?
Das war's. Überdenk es nicht zu lange. Keine Versicherung ist die schlechteste Option; eine falsche Police die zweitschlechteste; alles andere ist okay.
Ist eine Reiseversicherung für das australische Working Holiday Visa Pflicht?
Eine Reiseversicherung ist für das australische Working Holiday Visa (Subclass 417 oder 462) gesetzlich nicht vorgeschrieben, das Department of Home Affairs empfiehlt sie aber dringend. Medizinische Kosten in Australien ohne Versicherung können bei ernsten Vorfällen schnell 10.000 AUD überschreiten. Für uns ist sie nicht verhandelbar.
Ersetzt das Reciprocal Health Care Agreement (RHCA) eine Reiseversicherung?
Nein. Das RHCA deckt Staatsangehörige aus UK, Irland, Neuseeland, Belgien, Finnland, Italien, Malta, den Niederlanden, Norwegen, Slowenien und Schweden für „medizinisch notwendige“ Behandlungen über Medicare ab. Es deckt keine Krankenwagen, keine Zahnbehandlungen, keine Rückführung, kein verlorenes Gepäck, keinen Reiserücktritt und keine Nicht-Notfälle. Betrachte es als teilweises Sicherheitsnetz, nicht als Ersatz für eine echte Versicherung.
Deckt eine Working-Holiday-Versicherung körperliche Arbeit ab?
Kommt auf die Police an. Obstpflücken, Gastronomie und Skiresort-Jobs sind bei spezialisierten Backpacker-Versicherern wie True Traveller meist abgedeckt. Bau, Bergbau, professionelle Küchenarbeit mit Großgeräten und schwere industrielle Tätigkeiten sind in der Regel ausgeschlossen. Prüfe immer im PDS, was unter „manual work“ steht, bevor du kaufst.
Kann ich eine Versicherung abschließen, nachdem ich schon abgereist bin?
Ja, bei SafetyWing, Genki und World Nomads. Die meisten klassischen Versicherer verlangen, dass du vor der Abreise abschließt. Das ist einer der Hauptgründe, warum Langzeitreisende Abo-Modelle bevorzugen.
Wie viel sollte ich für eine Working-Holiday-Versicherung in Australien einplanen?
Realistische Spannen: 500–700 € für eine einmalige 12-Monats-Police bei einem klassischen Versicherer (True Traveller, Heymondo, World Nomads). 540–700 USD über 12 Monate für ein Abo-Modell (SafetyWing, Genki). Abenteuerbausteine schlagen meist mit 10–20 % zu Buche.
Was ist der Unterschied zwischen Working-Holiday-Versicherung und normaler Reiseversicherung?
Eine Working-Holiday-Versicherung deckt längere Reisedauern (6–24 Monate), körperliche Arbeit und die typischen Anpassungen während der Reise (Visumsverlängerungen, Planänderungen) ab. Standard-Reiseversicherungen sind für kurze Trips gemacht und schließen die meisten dieser Punkte aus.
Bekomme ich noch eine Versicherung, wenn ich über 30 bin?
Ja — die meisten Working-Holiday-Versicherer decken bis 65+ Jahre ab, trotz der Altersgrenzen beim WHV. Bei SafetyWing steigen die Preise nach dem 40. Geburtstag moderat. Einige Länderpaare erlauben WHVs bis 35 (z. B. italienische oder dänische Staatsbürger nach Australien, britische oder kanadische Staatsbürger nach Neuseeland).
Wir sind Seb und Matt, das Zweier-Team hinter Working Holiday Guide. Wir haben uns 2024 auf einem Working Holiday in Neuseeland kennengelernt und zusammen schon 3 Working-Holiday-Visa gemacht. Wir haben die Versicherungsfehler gemacht, damit du sie nicht machen musst — inklusive einer Freitagnacht in Wellington mit einem Küchenmesser, einem Krankenhaus und einem panischen Anruf bei True Traveller. Spoiler: Sie haben gezahlt.
Unsere Gesamtempfehlung lautet SafetyWing für Flexibilität, True Traveller für britische und irische Reisende und World Nomads für abenteuerlastige Reisen. Egal, was du wählst — schließ überhaupt etwas ab und lies vor dem Klick auf „Kaufen“ im PDS unter „manual work“ und „adventure activities“ nach.